Bushidō

Bushidō, wörtlich „Weg des Kriegers“, ist der ungeschriebene Verhaltenskodex des japanischen Militäradels, dessen Wurzeln im späten Mittelalter liegen und der maßgeblich von Shintō, Buddhismus und Konfuzianismus geprägt wurde.

Populär wurde der Begriff erst durch das 1899 erschienene Werk „Bushido – the Soul of Japan“ von Inazo Nitobe, der die sieben zentralen Tugenden wie Gerechtigkeit (Gi), Mut (Yu), Menschlichkeit (Jin) und absolute Loyalität (Chūgi) gegenüber dem Lehnsherren festhielt.

Historisch taucht das Wort erstmals in der Schrift Kōyō gunkan (1616) auf, welche die Strategien des Takeda-Klans dokumentierte und den Kriegerstand in der befriedeten Tokugawa-Ära zu disziplinierten Staatsbeamten umformen sollte.

Eine weitere wichtige Quelle ist das zwischen 1710 und 1716 von Tsunetomo Yamamoto verfasste Hagakure, das die alten kriegerischen Tugenden betonte und später sogar im Zweiten Weltkrieg propagandistisch instrumentalisiert wurde.

Der Kodex verlangte ein Gleichgewicht aus Kampfkunst und klassischer Bildung, wobei schwere Ehrverletzungen bis hin zum rituellen Suizid (Seppuku) führen konnten, um die Ehre wiederherzustellen.