Remigration

Remigration bezeichnet die Rückkehr von Migranten in ihr Herkunftsland nach längerem Aufenthalt im Ausland – ein Prozess, der freiwillig oder erzwungen sein kann. Der Begriff wurde jedoch von der Neuen Rechten als politischer Kampfbegriff und Euphemismus für Vertreibung und Deportation umgedeutet und von einer Jury zum „Unwort des Jahres 2023“ in Deutschland gewählt. In der Migrationsforschung unterscheidet man verschiedene Formen, etwa die Rückkehr aus Anpassungsschwierigkeiten, aus Konservatismus oder zur Innovation – eine Typologie, die der Soziologe Francesco P. Cerase 1974 entwickelte. Ein neuerer Ansatz von Jean-Pierre Cassarino betont die Bedeutung der „Vorbereitung“ (preparedness) und der verfügbaren Ressourcen für eine erfolgreiche Reintegration. Während staatlich erzwungene Rückkehr als Abschiebung oder Deportation gilt, können freiwillige Rückkehrer organisatorische und finanzielle Unterstützung erhalten. Bis in die 1960er Jahre wurde das Phänomen kaum erforscht, heute ist es ein wichtiges Feld der Migrationssoziologie.