Winzler Viertel
Das Winzler Viertel in Pirmasens entstand ab 1890 als prestigeträchtige Stadterweiterung nach einem Plan des Architekten Theodor Fischer, entwickelte sich jedoch wegen fehlender Infrastruktur (kein Strom, kein Wasser) zunächst zum sogenannten „Reiwerverdel“ (Räuberviertel). Erst mit der Gründung einer Baugenossenschaft 1899 und dem Anschluss an Gas- und Wasserleitungen im Jahr 1900 wuchs das Viertel, in dem sich bald zahlreiche Schuhfabriken ansiedelten und das 1904 ein protestantisches Waisenhaus (gestiftet von Louis Leinenweber) sowie 1910 die aufwendig gestaltete Wittelsbachschule erhielt. Im Ersten Weltkrieg diente die Schule als Lazarett, und 1919 wurde der „Pirmasenser See“ aufgefüllt, um Platz für Reihenhäuser zu schaffen. In den 1920er-Jahren folgten Werkswohnungen (1922) und das Wittelsbacherviertel, während die 1927–28 erbaute Streckbrücke für eine geplante, aber nie realisierte Straßenbahnlinie ausgelegt war. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel zwar weniger stark zerstört als die Innenstadt, doch der Süden entlang der Karolinenstraße erlitt schwere Bombentreffer. Nach wirtschaftlichen Höhepunkten geriet das Viertel in eine Krise, die bis heute mit Sanierungs- und Konversionsprojekten sowie Städtebaufördermaßnahmen bewältigt wird.
Source: Winzler Viertel — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German
Hello from Cyprus ♥️