Öffentlichkeitsfahndung

Die Öffentlichkeitsfahndung ist ein Ermittlungshilfsmittel der Polizei, bei dem die Bevölkerung über Medien zur Mithilfe bei der Suche nach Tatverdächtigen, Vermissten oder Beweisstücken aufgefordert wird – meist bei schweren Straftaten oder großem öffentlichem Interesse. Sie wird vor allem über Massenmedien wie Radio, Fernsehen (etwa in Sendungen wie „Aktenzeichen XY … ungelöst“), Steckbriefe, das Internet oder Lautsprecherdurchsagen durchgeführt. Die erste Fernsehfahndung der Geschichte fand am 8. November 1938 in Berlin statt, organisiert vom Kriminalisten Ernst Gennat nach dem Raubmord an dem Taxifahrer Herbert Taubel. Der Täter Hans Hahn wurde durch einen im Fernsehen gezeigten blutbefleckten Gummimantel überführt, gestand die Tat und wurde bereits am 24. November 1938 hingerichtet. Schon 1939 demonstrierte die Deutsche Reichspost mit dem Spielfilm „Wer fuhr IIA 2992“ auf dem Weltpostkongress in Buenos Aires die technischen Möglichkeiten der Fernsehfahndung, was die frühe Bedeutung dieses Mediums für die Kriminalitätsbekämpfung unterstreicht.