Ostdeutschland
Ostdeutschland ist ein vielschichtiger Begriff, der je nach Kontext unterschiedliche Gebiete bezeichnet – von den östlich der Elbe gelegenen Regionen (Ostelbien) bis hin zu den ehemaligen preußischen Provinzen jenseits von Oder und Neiße. Nach 1945 hatte der Ausdruck eine doppelte Bedeutung: Er stand sowohl für die Sowjetische Besatzungszone bzw. die spätere DDR als auch für die alten Ostgebiete, während die DDR selbst oft als Mitteldeutschland bezeichnet wurde. Seit der Wiedervereinigung 1990 wird Ostdeutschland im politischen und wirtschaftlichen Sinn als Synonym für die fünf neuen Bundesländer verwendet. Historisch knüpfen diese neuen Länder an traditionsreiche Vorgängerstaaten an, wie das Kurfürstentum Brandenburg, das Kurfürstentum Sachsen, die ernestinischen Herzogtümer (Thüringen), Mecklenburg und die anhaltinischen Fürstentümer, wobei Brandenburg und Sachsen die Kurwürde innehatten. Siedlungsgeschichtlich prägte die hochmittelalterliche Ostsiedlung die Region, bei der flämisch-niederländisch-deutsche Siedler mit der elbslawischen Bevölkerung verschmolzen und so die historischen Landschaften formten. Im 19. Jahrhundert verlagerte sich das politische Zentrum Deutschlands nach Ostdeutschland, mit Berlin als letztlicher Reichshauptstadt.
Source: Ostdeutschland — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German