Stausee Lipno

Der Stausee Lipno, auch „Südböhmisches Meer“ genannt, ist der flächenmäßig größte See Tschechiens und liegt im Böhmerwald direkt an der Grenze zu Österreich. Er entstand zwischen 1952 und 1959 durch den Bau einer 296 Meter langen und 25 Meter hohen Staumauer, die vor allem die Städte České Budějovice und Prag vor Hochwasser schützen sollte. Mit einer Fläche von rund 46,5 Quadratkilometern, einer Länge von 42 Kilometern und einem Volumen von 309,5 Millionen Kubikmetern speist er das Speicherkraftwerk Lipno I (120 Megawatt), dessen Kaverne 160 Meter unter dem Damm liegt. Das nachgelagerte Kraftwerk Lipno II dient als Ausgleichsbecken, wobei das Flussbett der Moldau zwischen den Kraftwerken bis 1996 trockenfiel und seither nur ein Sanierungsdurchfluss von 1,5 Kubikmetern pro Sekunde abgelassen wird. Historisch war das Gebiet bereits in der Mittelsteinzeit besiedelt, und seit dem 16. Jahrhundert wurde die Moldau intensiv zum Holzflößen genutzt, was um 1850 seinen Höhepunkt erreichte. Zudem existierte hier im Tertiär bereits ein natürlicher See, der bis zu 100 Meter tief war, bevor er sich seinen Weg durch die Felsen bahnte.