Cellulose

Cellulose ist das häufigste Biomolekül der Erde und der Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände (etwa 50 %). Das unverzweigte Polysaccharid besteht aus β-1,4-glycosidisch verknüpften Glucose-Einheiten, die sich zu reißfesten Fasern zusammenlagern. Die Geschichte reicht von der Entdeckung durch Anselme Payen (1838) über die Strukturaufklärung durch Hermann Staudinger (1920) bis zur ersten chemischen Synthese 1992; bereits 1870 diente sie zur Herstellung des ersten Thermoplasts Zelluloid. Im Nanometerbereich wird sie als Nanocellulose bezeichnet und in mikrofibrillierte (MFC), nanokristalline (NCC) und bakterielle (BNC) Formen unterteilt. Anders als Stärke besitzt Cellulose eine Faltblattstruktur, weshalb der Iod-Nachweis Zink- oder Calciumionen benötigt (Chlorzinkiodprobe) oder eine Anfärbung mit ortho-Kresolrot erfolgt. Als Rohstoff ist sie vor allem für die Papierherstellung und die chemische Industrie von großer Bedeutung.