Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren ist ein geistliches Lied, das Joachim Neander 1680 in seiner Sammlung „Glaub- und Liebesübung“ veröffentlichte – ursprünglich nicht für den Gottesdienst, sondern für Reisen und gesellige Andachten im Freien gedacht. Die heute bekannte Melodie entstand erst im 18. Jahrhundert durch einen Umbildungsprozess, und das Lied fand Aufnahme in zahlreiche Gesangbücher, darunter das Evangelische Gesangbuch (Nr. 317/316) und das katholische Gotteslob (Nr. 392). Berühmte Bearbeitungen stammen von Johann Sebastian Bach (Kantate BWV 137) und Hugo Distler; Bertolt Brecht und Kurt Weill parodierten den Choral 1929 in ihrem „Großen Dankchoral“ des Berliner Requiems. Seit dem 20. Jahrhundert wurde es auch in katholische Liedersammlungen aufgenommen und von Soldaten beider Konfessionen im Ersten Weltkrieg gesungen. Eine besonders aufwendige, weltweit live übertragene Aufführung erlebte das Lied bei der Abschlussmesse des Weltjugendtags 2005 in Köln, wo es die Prozession der Zelebranten mit vielfältigen Variationen und mehrsprachigen Chorstrophen begleitete. Mit über 100 Aufnahmen in deutschsprachigen Liederbüchern zählt es zu den verbreitetsten geistlichen Liedern und wird bis heute von Lobpreis-Ensembles neu interpretiert.