Charlotte Knobloch
Charlotte Knobloch (geboren 1932 in München) ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und damit eine der prägendsten Stimmen des jüdischen Lebens in Deutschland. Von 2006 bis 2010 stand sie als Präsidentin dem Zentralrat der Juden in Deutschland vor und engagierte sich international als Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses (WJC), wo sie heute als Kommissarin für Holocaust-Gedenken wirkt. Ihre Kindheit war vom NS-Terror überschattet: Die Hausangestellte Kreszentia Hummel rettete sie 1942 vor der Deportation, indem sie sie als uneheliches Kind auf einem Bauernhof versteckte; dafür wurde Hummel 2017 posthum als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. 1951 heiratete sie den Krakau-Ghetto-Überlebenden Samuel Knobloch – aus dieser Ehe stammen unter anderem der Bankmanager Bernd Knobloch und die heutige Präsidentin der Filmfestspiele von Cannes, Iris Knobloch. Sie setzte sich maßgeblich für den Bau des neuen Jüdischen Zentrums in München (Synagoge eröffnet 2006) ein und erklärte 2010 ihren Rückzug vom Zentralratsamt, um einen Generationswechsel zu ermöglichen.
Source: Charlotte Knobloch — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German