Goldreserve

Goldreserven sind jene Teile der Währungsreserven eines Staates, die in Form von Goldbarren von Zentralbanken gehalten werden. Ihr Zweck hat sich vom klassischen Goldstandard zur heutigen Krisenabsicherung und Risikokompensation gegenüber dem US-Dollar gewandelt. Der Anteil des Goldes an den gesamten Währungsreserven sank von 60 % (1980) auf 10 % (2006), ist aber durch den starken Preisanstieg wieder bedeutender geworden. Das Central Bank Gold Agreement (CBGA) von 1999 regelte die Verkaufsmengen europäischer Notenbanken – zuletzt 400 Tonnen pro Jahr – wurde jedoch 2019 nicht verlängert, da seit 2008 kaum noch Gold verkauft wurde. Historisch spielten Goldreserven auch in Kriegen eine zentrale Rolle: So führte die Lateinische Münzunion (1865) einen festen Gold-Silber-Kurs ein, und nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) flossen dem Deutschen Reich fünf Milliarden Franc an Gold und Silber zu. Diese Summe finanzierte Infrastruktur und Wirtschaftsboom; ein Teil wurde im Juliusturm der Zitadelle Spandau als Reichskriegsschatz gelagert. Kurz nach dem Anschluss Österreichs 1938 ließ das NS-Regime die Gold- und Devisenreserven des Landes beschlagnahmen – ein Beispiel für die strategische Bedeutung solcher Bestände in politischen Krisen.