Keltisches Baumhoroskop

Hier ist eine umfassende Zusammenfassung des Artikels auf Deutsch:

Das Keltische Baumhoroskop ist eine moderne Erfindung des Neopaganismus und lässt sich historisch keineswegs bei den Kelten nachweisen. Seine Wurzeln liegen in Robert Graves' Buch Die weiße Göttin (1948), doch die heute bekannte Form stammt von der französischen Journalistin Paula Delsol, die es 1971 für das Magazin Marie Claire erfand. Die deutschsprachige Ausgabe erschien 1984 unter dem Titel Bäume lügen nicht und behauptete fälschlich, auf einer alten Handschrift aus einem polnischen Kloster zu basieren. Erst ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 1991 deckte die wahre Herkunft auf: Ein Übersetzungsfehler machte aus dem in Frankreich verbreiteten Zürgelbaum eine Zeder, die den Kelten völlig unbekannt war. Dadurch fehlt die in der keltischen Mythologie als heilig geltende Eibe im Horoskop, während die Zeder bis heute fester Bestandteil bleibt. Trotz der Entlarvung verteidigte der Autor Bertram Wallrath das System später sogar als „kongenial" nachempfunden, publizierte 1998 aber ein angeblich „echtes" Baumhoroskop.