Tangermünde

Tangermünde ist eine historische Kaiser- und Hansestadt an der Elbe im Norden von Sachsen-Anhalt, deren Name von der Mündung des kleinen Flusses Tanger in die Elbe stammt und deren hochgelegener Stadtkern auf einer Endmoräne sicher vor Hochwasser liegt. Bereits im Jahr 1009 erstmals urkundlich erwähnt und 1275 zur Stadt erhoben, erlebte der Ort seine Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert, als Kaiser Karl IV. hier von 1373 bis 1378 residierte und die prächtigen Bauten der norddeutschen Backsteingotik wie das Rathaus, die Stadttore und die Stephanskirche entstanden. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1617, für den man zu Unrecht die Waise Grete Minde verantwortlich machte (sie wurde 1619 hingerichtet), verlor die Stadt ihre einstige Bedeutung als Handelszentrum – dieses Schicksal inspirierte Theodor Fontane zu seiner berühmten Novelle. Trotz des Niedergangs blieb der historische Altstadtkern mit seinen geschnitzten Fachwerkhäusern und der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer aus Backstein einzigartig erhalten, da die Mauer zugleich als Böschungsschutz an der steilen Elbseite diente. Nach der Zeit im Königreich Westphalen (1807–1813) wurde Tangermünde Teil der preußischen Provinz Sachsen und ist heute eine Einheitsgemeinde, die neben der Kernstadt sieben weitere Ortschaften umfasst.