Jean-Baptiste Silva

Jean-Baptiste Silva (1682–1742) war ein französischer Arzt, der aus einer spanisch-jüdischen Apothekerfamilie stammte, die sich im 15. Jahrhundert in Bordeaux niedergelassen hatte. Nach seinem Medizinstudium und Doktorat in Montpellier (1701/02) zog er nach Paris, wo er durch die Protektion einflussreicher Kollegen wie Pierre Chirac und des Leibarztes der Königin, Jean Claude Adrien Helvétius, die Karriereleiter erklomm und 1712 einen zweiten Doktorgrad erlangte. Sein großer Durchbruch gelang 1721, als er bei einer Erkrankung des Königs einen Aderlass am Fuß empfahl – dieser Rat erwies sich als heilsam und führte 1724 zu seiner Ernennung zum konsultierenden Arzt des Königs, wodurch er zum gefragten Modearzt wurde; zu seinen Patienten zählte auch Voltaire. Methodisch basierte seine Aderlasstherapie auf den Thesen des italienischen Arztes Lorenzo Bellini, die später von seinem Provinzkollegen François Quesnay durch hydraulische Experimente heftig widerlegt wurden. Sein Hauptwerk Traité de l'usage des differentes sortes de saignées erschien 1727, und gemeinsam mit Chirac veröffentlichte er medizinische Abhandlungen, die posthum 1744 herausgegeben wurden.