Jörg Bernig
Jörg Bernig – Ein umstrittener Kulturbeamter und Schriftsteller
Jörg Bernig (*1964 in Wurzen) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Erzähler und Lyriker, der nach einer Bergmannsausbildung und seinem Wehrdienst in der NVA von 1985 bis 1990 Germanistik und Anglistik in Leipzig studierte. Nach Stationen als Lehrer in Schottland und Wales sowie seiner Promotion 1996 an der Freien Universität Berlin über die Schlacht um Stalingrad in der deutschen Nachkriegsliteratur lebt und arbeitet er seit 1995 als freischaffender Schriftsteller in Radebeul.
Sein literarisches Schaffen wird von der Kritik zunehmend von seiner politischen Haltung überschattet: Bernig wird von Medien wie der Süddeutschen Zeitung, dem Spiegel und dem Deutschlandfunk der Neuen Rechten zugeordnet und publiziert unter anderem in der Zeitschrift Sezession, die vom als gesichert rechtsextrem eingestuften Institut für Staatspolitik herausgegeben wird. In Essays und Reden kritisierte er wiederholt die Einwanderungspolitik der Bundesregierung und gehörte zu den Erstunterzeichnern der umstrittenen „Gemeinsamen Erklärung 2018“, die von „illegaler Masseneinwanderung“ sprach.
Für bundesweite Kontroversen sorgte seine Wahl zum Kulturamtsleiter von Radebeul am 20. Mai 2020, die mehrere Kunstpreisträger der Stadt dazu veranlasste, aus Protest ihre Auszeichnungen zurückzugeben. Bernig, der selbst 2013 den Kunstpreis der Stadt Radebeul erhielt und 2022 mit dem Andreas-Gryphius-Preis ausgezeichnet wurde, versteht sich selbst als überparteilich und weist die Einordnung als rechtsextrem zurück. Die Debatte um seine Person zeigt exemplarisch den gesellschaftlichen Konflikt zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Verantwortung in Deutschland.
Source: Jörg Bernig — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German