Thomas Weitin

Der 1971 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geborene Thomas Weitin ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, der seit 2015 als Professor für Digitale Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt lehrt. Nach seinem Studium in Hamburg promovierte er 2002 in Berlin über Gewaltmotive bei Ernst Jünger und Heiner Müller, bevor er sich 2008 in Münster mit einer Arbeit zur Zeugenschaft in Literatur und Recht habilitierte. Seine Karriere führte ihn über die Universität Konstanz, wo er ab 2007 eine Professur innehatte, nach Darmstadt; Rufe an die Universitäten Graz (2015) und Göttingen (2019) lehnte er ab. International geprägt wurde er durch das Feodor-Lynen-Stipendium der Humboldt-Stiftung an der Johns Hopkins University sowie Gastprofessuren in Shanghai (2010) und Berkeley (2014). In seiner Forschung kombiniert er traditionelle Textanalyse mit digitalen Methoden und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das spannende Verhältnis von Recht und Literatur. Zu seinen bedeutenden Veröffentlichungen zählen Digitale Literaturgeschichte (2021) und das digitalisierte Korpus des Deutschen Novellenschatzes.