Ölpreiskrise

Die Ölpreiskrise (auch Ölpreisschock) beschreibt Phasen drastischer Rohölpreisanstiege mit schwerwiegenden gesamtwirtschaftlichen Folgen – im engeren Sinne die erste (1973) und zweite (1979/1980) Ölkrise, die in den Industrieländern tiefe Rezessionen auslösten. Die erste Krise wurde durch den Jom-Kippur-Krieg ausgelöst, als die arabischen OAPEC-Staaten ein Ölembargo verhängten und die OPEC die Preise massiv erhöhte. Hintergrund war ein Rückgang der US-Ölproduktion um etwa 16,5 % sowie eine wachsende Abhängigkeit von billigem Nahost-Öl, ein Problem, das Präsident Eisenhower bereits in den 1950er-Jahren erkannte und ansprach. Anders als oft vermutet, entstanden diese Krisen nicht durch erschöpfte Reserven, sondern aus politischen und ökonomischen Gründen – die zweite Krise 1979/80 folgte etwa auf die iranische Revolution. Historisch frühere Ereignisse wie der Suez-Krise führten dagegen nicht zu Schocks, sondern nur zu intensivierter Erdölprospektion, etwa in der DDR. Heute wird eine mögliche globale Ölkrise durch das drohende Ölfördermaximum diskutiert, wobei Ölkrisen meist auch eine Energiekrise bedeuten, da Öl für Strom, Kraftstoffe und viele Produkte unverzichtbar ist.