Hitzewelle

Eine Hitzewelle beschreibt in der Meteorologie eine ungewöhnlich lange Abfolge außergewöhnlich heißer Tage, die als Extremwetterereignis erhebliche Schäden für die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und die Infrastruktur verursachen kann. Obwohl es bislang keine international einheitliche Definition gibt, basieren moderne Ansätze zur Messung auf klaren Kriterien wie Temperaturschwellen (z.B. 30 °C), der Dauer der Episode (meist mindestens drei bis fünf Tage) sowie der geografischen Ausdehnung und Intensität. Besonders im deutschsprachigen Raum wird auf die Methode des tschechischen Meteorologen Jan Kysely zurückgegriffen, die sogenannten Kysely-Tage zur Klassifizierung nutzt. In den mittleren Breiten entstehen solche Hitzeperioden meist durch stabile Hochdruckgebiete wie das Azorenhoch oder das Sibirienhoch, die zu langanhaltendem Sonnenschein und starker Aufheizung führen; im Winter können entsprechend Warmlufteinbrüche zu Tauwetter oder Kältewellen führen. Regelmäßige jahreszeitliche Beispiele sind die Hundstage im Hochsommer oder das Weihnachtstauwetter, während das Forschungsfeld zu Hitzewellen erst relativ jung ist, da man sich früher primär auf Dürren konzentrierte.