Steroide
Steroide sind eine Klasse von Lipiden, die sich formal vom Kohlenwasserstoff Steran (Cyclopentanoperhydrophenanthren) ableiten und zu den Triterpenoiden gehören. Sie kommen natürlich in Tieren, Pflanzen und Pilzen vor und erfüllen vielfältige Aufgaben – von der Bildung von Vitaminen und Sexualhormonen (Androgene, Estrogene) über Gallensäuren bis hin zu herzaktiven Giften wie denen des Fingerhuts. Das wichtigste Steroid im menschlichen Körper ist Cholesterin, aus dem Steroidhormone wie Cortisol und Testosteron aufgebaut werden; künstliche Testosteron-Derivate (Anabolika) sind als Dopingmittel bekannt. Strukturell zeichnen sich Steroide durch ein starres Ringsystem aus, wobei die räumliche Anordnung der Substituenten (α- oder β-Stellung) für ihre Funktion entscheidend ist. Die Biosynthese verläuft über Squalen und Lanosterol zu Cholesterin, wobei Gendefekte wie der 21-Hydroxylase-Mangel zu Störungen (Adrenogenitales Syndrom) führen können. Die Totalsynthese gelang erstmals 1939 (Equilenin) und 1948 (Estron) für aromatische Steroide, während nichtaromatische wie Cholesterin und Cortison 1951 unabhängig von Robert B. Woodward und Robert Robinson synthetisiert wurden.
Source: Steroide — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German
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