Abofalle

Eine Abofalle ist eine unseriöse Internetpraktik, bei der Nutzer durch trickreich gestaltete Angebote – oft mit imitierten seriösen Seiten – unbeabsichtigt ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Das Phänomen ist in Deutschland weit verbreitet: Laut Schätzungen der Verbraucherzentralen tappen monatlich rund 20.000 Nutzer in die Falle, und einer infas-Umfrage von 2011 zufolge wurden zwischen 2009 und 2011 etwa 5,4 Millionen Deutsche Opfer. Besonders betroffen sind junge Menschen; eine Studie aus Schleswig-Holstein zeigt, dass über 22 % der Schüler bereits eine Rechnung erhielten, wobei der durchschnittliche Forderungsbetrag bei etwa 100 Euro liegt. Für die Betreiber ist das Geschäft lukrativ – so flossen auf das Konto einer bekannten Anwältin innerhalb von sechs Monaten über 2,2 Millionen Euro, und in einem anderen Fall wurden 670.000 Euro auf einem Konto gesperrt. Die Fallen lauern oft hinter Tippfehlern, getarnten Werbelinks oder Weiterleitungen zu Streamingseiten, wobei typische Angebote wie Tests, Routenplaner oder Kochrezepte erst nach Eingabe von Name und Adresse zur Kostenfalle werden. Da die Kostenpflicht oft nicht erkennbar ist, liegt die Verantwortung beim Verbraucher, solche Seiten kritisch zu prüfen – insbesondere wenn persönliche Daten abgefragt werden.