Partnerschaft
Der Begriff Partnerschaft bezeichnet seit den 1970er-Jahren eine auf Dauer angelegte sexuelle und soziale Zweierbeziehung, die unabhängig von Rechtsform, sexueller Orientierung oder Wohnsituation gilt – von der Ehe über eingetragene Partnerschaften bis hin zu Fernbeziehungen. Reine Sexbeziehungen oder rein freundschaftliche Lebensgemeinschaften zählen jedoch nicht dazu, da entweder die soziale Zusammengehörigkeit oder die sexuelle Basis fehlt; moderne Ansätze schließen dabei auch einvernehmliche Asymmetrien (etwa komplementäre Beziehungen nach Paul Watzlawick) ein. Historisch prägte das Christentum die Monogamie, wobei Augustinus um 400 n. Chr. in De bono coniugali die Ehe als unauflöslich betrachtete und neben der Fortpflanzung auch Treue und Vertrauen als Zweck bestimmte. Im 16. Jahrhundert griff Martin Luther den Zölibat an, bestritt den sakramentalen Charakter der Ehe und erlaubte dem unschuldigen Teil bei Ehebruch eine Wiederverheiratung, was jedoch zu einer strengeren Normierung durch die protestantische Obrigkeit führte. Heute umfasst der Begriff vielfältige Lebensmodelle wie gleichgeschlechtliche Gemeinschaften, Polyamorie oder weiblich geführte Partnerschaften (Female Led Relationship), die sich von der traditionellen Vorstellung der Ehe gelöst haben. Damit spiegelt die Entwicklung des Begriffs den gesellschaftlichen Wandel von einer kirchlich normierten Institution hin zu einer individuell gestaltbaren, auf Dauer angelegten Liebesbeziehung wider.
Source: Partnerschaft — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German