Rieselfeld

Ein Rieselfeld ist eine historische Anlage zur Abwasserreinigung, bei der das Wasser großflächig auf wasserdurchlässigem Boden versickert und dabei mechanisch gefiltert sowie von Mikroorganismen biologisch abgebaut wird. Im 19. Jahrhundert, geprägt durch die Forschung von Justus von Liebig und die Sozialreformer Edwin Chadwick und Georg Varrentrapp, entwarf James Hobrecht für das boomende Berlin (damals drittgrößte Stadt der Welt) ein umfangreiches System dieser Art. Heute sind viele dieser Flächen stillgelegt und werden wieder landwirtschaftlich genutzt oder bebaut, doch aktive Beispiele wie die Rieselfelder Münster, die heute mit nährstoffärmerem, vorgeklärtem Wasser beschickt werden, bieten wertvolle Lebensräume für Wasservögel und Amphibien. Weitere bekannte Standorte finden sich unter anderem in Braunschweig, Berlin, Dortmund, Düren sowie im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. Die auf den Erkenntnissen der Hygieneforschung (Robert Koch) basierende Technologie gilt als Vorläufer moderner Kläranlagen und ist eng mit der Methode der Pflanzenkläranlagen verwandt.