Klettersteig

Ein Klettersteig (italienisch Via Ferrata, „Eisenweg“) ist eine künstlich angelegte Steiganlage im Gebirge, die mit Drahtseilen, Leitern und Trittstiften ausgestattet ist und sowohl der Fortbewegung als auch der Selbstsicherung mit einem Klettersteigset dient. Im Alpenraum existieren weit über 1000 solcher Steige, davon allein rund 500 in Österreich, wo jährlich etwa zehn neue entstehen. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1843 zurück, als unter der Leitung von Friedrich Simony der erste Klettersteig am Dachstein gebaut wurde; es folgten Anlagen am Großglockner (1869) und auf die Zugspitze (1873). Einen großen Aufschwung erlebten Klettersteige im Ersten Weltkrieg, als Österreich-Ungarn und Italien in den Dolomiten und in Südtirol einen Gebirgskrieg führten und dafür Wege für Patrouillen und Nachschub anlegten. Seit den 1980er Jahren entstehen zunehmend moderne Sportklettersteige mit Überhängen und Seilbrücken, die speziell für touristische Herausforderungen konzipiert sind – und sogar an Gebäuden wie 2012 am Siloturm Brühl.