Baby-Boomer

Babyboomer bezeichnen die Generation, die während der Phase steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde – ein Phänomen, das sich in Sieger-, Verlierer- und neutralen Staaten zu unterschiedlichen Zeiten zeigte. In Westdeutschland erreichte dieser Boom seinen Höhepunkt in den Jahren 1962 bis 1967 mit jährlich über einer Million Geburten; der geburtenstärkste Jahrgang war 1964 mit etwa 1,065 Millionen Lebendgeborenen (gesamtdeutsch sogar über 1,3 Millionen). Ab 1968 setzte jedoch der sogenannte Pillenknick ein, ausgelöst durch die Zulassung der Antibabypille (1960 in den USA, 1961 in Deutschland), wodurch die Geburtenrate langfristig sank und seit 1972 unter der Sterberate liegt. Auch international verlief der Zeitraum unterschiedlich: So gelten in der Schweiz die Jahrgänge 1946–1964 als Boomer, während Südkorea den Boom erst nach dem Koreakrieg (1955–1963) erlebte und Japan seinen Höhepunkt Ende der 1960er Jahre verzeichnete. Diese Generation stellt zwar einen zahlenmächtigen demografischen Faktor dar, doch es gibt kaum fundierte wissenschaftliche Untersuchungen zu ihrem Lebensgefühl – die vielen Aussagen in Medien und Wirtschaft beruhen überwiegend auf Spekulationen, obwohl dieser Babyboom die einzige Phase steigender Fertilität seit Ende des 19. Jahrhunderts war.