Urteil des Paris

Das Urteil des Paris ist eine zentrale Episode der griechischen Mythologie, in der der trojanische Prinz Paris entscheiden muss, welche der Göttinnen Hera, Athene oder Aphrodite die schönste ist. Auslöser ist der berühmte Zankapfel, den die beleidigte Göttin Eris bei der Hochzeit von Peleus und Thetis wirft, woraufhin Zeus den als Hirten lebenden Paris zum Schiedsrichter bestimmt. Um den Sieg zu erringen, bestechen die Göttinnen ihn: Hera verspricht Weltherrschaft, Athene Sieg im Krieg, doch Aphrodite gewinnt mit dem Angebot der Liebe der schönsten Frau, Helena. Da Helena bereits mit Menelaos verheiratet ist, führt der daraus resultierende Raub der Helena zum Trojanischen Krieg. In der Kunst war das Motiv besonders beliebt, da es Malern wie Botticelli, Cranach und Rubens erlaubte, drei nackte Frauen darzustellen, ohne gegen Moralvorstellungen zu verstoßen. Auch in der Musik wurde das Thema aufgegriffen, etwa in Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena“ (1864).