Kriegswirtschaft
Kriegswirtschaft bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, die vollständig auf die Bedürfnisse eines Krieges ausgerichtet ist, um die Armee mit Waffen, Munition und Lebensmitteln zu versorgen – dabei konkurriert die Rüstungsproduktion stets mit der zivilen Versorgung um knappe Ressourcen.
Die Umsetzung erfolgt entweder durch einen regulierenden Interventionismus, der den Markt weitgehend intakt lässt, oder durch zentralverwaltungswirtschaftliche (planwirtschaftliche) Steuerung – wobei diese im Zweiten Weltkrieg nach dem Scheitern liberaler Ansätze im Ersten Weltkrieg von allen beteiligten Staaten in dirigistischer Form angewendet wurde.
Bereits im Dreißigjährigen Krieg (17. Jahrhundert) sicherten Kontributionen die Versorgung: Bewohner besetzter Gebiete mussten Naturalien abgeben, und der Söldnerführer Peter Ernst II. von Mansfeld prägte dafür das geflügelte Wort „Der Krieg ernährt den Krieg“, während Albrecht von Wallenstein als Innovation Geldzahlungen (Kriegssteuern) einführte, um die Truppen zu besolden.
In modernen Marktwirtschaften unterstützen Industrielle die Kriegsanstrengungen meist freiwillig – aus Patriotismus oder aus Angst vor Vermögensverlust nach einer Niederlage (wie bei der deutschen Inflation 1914–1923) –, weshalb Beschlagnahmungen selten waren und Staat und Unternehmen kooperierten.
Im NS-Regime führte diese Zusammenarbeit zu einer Matrixorganisation aus Reichsgruppen (z. B. Reichsgruppe Industrie) und regionalen Wirtschaftskammern, für die der Jurist Franz Böhm (1895–1977) den Begriff „kombinierte Verfassung“ prägte.
Source: Kriegswirtschaft — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German