Todesfall Hanna Wörndl

Am 3. Oktober 2022 starb die 23-jährige Medizinstudentin Hanna Wörndl in Aschau im Chiemgau, nachdem sie nach einem Diskothekenbesuch in den reißenden Bärbach stürzte; ihre Leiche wurde 11,4 Kilometer flussabwärts gefunden. Im sogenannten „Eiskeller-Mordprozess“ verurteilte das Landgericht Traunstein den Angeklagten Sebastian T. zunächst zu neun Jahren Jugendstrafe wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil jedoch am 1. April 2025 wegen eines Verfahrensfehlers auf, und in einem neuen Verfahren wurde T. schließlich freigesprochen – nachdem er 946 Tage in Untersuchungshaft gesessen hatte. Die Ermittlungen waren komplex: Eine Sonderkommission suchte nach einem Jogger, T. meldete sich selbst als Zeuge, wurde aber später aufgrund einer Zeugenaussage einer Freundin verhaftet, die ihm vorwarf, Details zu kennen, die nur der Täter wissen konnte. Die Obduktion ergab Ertrinken als Todesursache, wobei die Verletzungen zunächst auf eine Gewalttat hindeuteten; die Verteidigung verwies auf mögliche Unfallfolgen durch ein Stauwehr. Der Fall bleibt juristisch und öffentlich umstritten, da der Freispruch nach einer langen Haftzeit die Frage nach der Zuverlässigkeit von Indizienbeweisen aufwirft.