Westjordanland

Das Westjordanland, benannt nach seiner Lage westlich des Jordans, ist das größere der beiden palästinensischen Gebiete und steht seit dem Sechstagekrieg 1967 unter israelischer Besatzung, die international weitgehend als völkerrechtswidrig gilt. Es grenzt im Osten an Jordanien und umfasst rund 5.800 Quadratkilometer, in denen 2023 geschätzt etwa 2,7 Millionen Palästinenser sowie rund 468.000 jüdische Siedler in über 200 Siedlungen leben – die Bewohner des annektierten Ostjerusalems (weitere 236.000) nicht mitgezählt. Historisch wechselten die Herrschaften oft: Nach dem britischen Mandat wurde das Gebiet 1948 von Jordanien annektiert, bevor Israel es 1967 eroberte und Teile Ostjerusalems offiziell eingliederte. Heute wird rund 40 Prozent des Westjordanlands nominell von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet, während der offiziell zugehörige Gazastreifen seit 2007 von der Hamas kontrolliert wird. Zudem erklärte der Internationale Gerichtshof im Juli 2024 die Besetzung für völkerrechtswidrig und die UN-Generalversammlung forderte einen vollständigen israelischen Rückzug innerhalb eines Jahres. Nach dem Hamas-Überfall 2023 haben zudem israelische Siedler ihre Angriffe auf die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland drastisch intensiviert.