Segelflug

Segelflug bezeichnet das motorlose Fliegen, bei dem Piloten thermische oder dynamische Aufwinde nutzen, um mit aerodynamisch optimierten Flugzeugen Höhe und Reichweite zu gewinnen. Die Anfänge reichen bis zu Otto Lilienthal (um 1895) und den Brüdern Wright (1902/1911) zurück, doch der eigentliche Durchbruch kam in Deutschland, als der Versailler Vertrag den Motorflug verbot. Ab 1920 wurde die Wasserkuppe in der Rhön zum Zentrum, wo Pioniere wie Alexander Lippisch experimentierten und mit einfachen Materialien (wie dem „Besenstiel“) Rekorde aufstellten. 1922 gelang Arthur Martens mit dem HAWA Vampyr der erste motorlose „Stundenflug“, und 1926 gründete die Rhön-Rossitten-Gesellschaft die berühmte Segelflugschule in Rossitten an der Kurischen Nehrung. Weitere Standorte wie Hirzenhain (1923) und die Küstenflüge in Ostpreußen trugen dazu bei, dass bis 1938 zahlreiche Weltrekorde erflogen wurden.