Steffen Mau

Steffen Mau ist ein deutscher Soziologe, der 1968 in Rostock geboren wurde und in der DDR-Neubausiedlung Lütten Klein aufwuchs – ein biografischer Hintergrund, der seine Forschung bis heute prägt. Nach einer Elektronikfacharbeiter-Lehre und dem Studium in Berlin promovierte er in Florenz, wurde Professor in Bremen und ist seit 2015 Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bekannt wurde er durch Bestseller wie Lütten Klein (2019) über die Transformationsgeschichte Ostdeutschlands und Ungleich vereint (2024) über Unterschiede zwischen Ost und West. Seit 2021 gehört er dem Sachverständigenrat für Integration und Migration an und übernahm zum Oktober 2025 die Direktion des Max-Planck-Instituts für Politik- und Sozialwissenschaft in Göttingen. In seiner Forschung kommt er zu dem Schluss, dass Deutschland nicht in zwei große Gruppen gespalten ist, sondern sich vielmehr die politischen Ränder radikalisieren – insbesondere der rechte Rand wirke durch „Affektpolitik“ bis in die gesellschaftliche Mitte hinein. Für seine herausragenden Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Leibniz-Preis (2021), dem Schader-Preis (2023) und dem Bayerischen Buchpreis (2024) ausgezeichnet.