Weinbau

Weinbau bezeichnet die Kultivierung von Reben zur Gewinnung von Trauben für die Weinherstellung und umfasst alle Arbeiten vom Rebschnitt bis zur Ernte, während die eigentliche Weinproduktion in der Kellerwirtschaft (Önologie) behandelt wird. Die Ursprünge liegen im Südkaukasus und in Mesopotamien, wo bereits um 5000 v. Chr. erste Reben kultiviert wurden; archäologische Funde in der armenischen Höhle Areni 1 belegen sogar eine gut entwickelte Weinpresse aus der Zeit um 4000 v. Chr. Von dort verbreitete sich der Weinbau über Kreta (Minoer, ca. 1700 v. Chr.) und griechische Kolonisten nach Gallien. Die Rebe gedeiht in der gemäßigten Klimazone zwischen dem 30. und 50. Breitengrad (nördliche Hemisphäre) bzw. 30. und 40. Breitengrad (südliche Hemisphäre) und wird in extremen Lagen wie dem Moseltal oder sogar in der Nähe eines finnischen Kernkraftwerks angebaut, wobei die Pflanzdichte von 10.000 bis 600 Reben pro Hektar variiert. Als eine der ältesten spezialisierten Agrarkulturen prägt der Weinbau Landschaft und Wirtschaft ganzer Regionen, wobei das französische Konzept des Terroir den Einfluss von Boden, Klima und Tradition auf den Wein beschreibt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die weltweite Weinbaufläche stark verändert, mit einer massiven Intensivierung in „neuen Weinbauländern“ wie Kalifornien, Australien oder Neuseeland, während klassische Anbaugebiete Rückgänge verzeichnen.