Geopolitik

Geopolitik bezeichnet das raumbezogene außenpolitische Handeln von Großmächten und wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit skrupelloser Machtpolitik gleichgesetzt, während die akademische Disziplin die Einflüsse geographischer Gegebenheiten auf politische Entwicklungen analysiert. Die Disziplin entstand aus der Politischen Geographie und erlangte besonders in Deutschland während der beiden Weltkriege und der Zwischenkriegszeit große Bedeutung. Charakteristisch ist ihr Geodeterminismus – die Annahme, dass der Raum das politische Geschehen bestimmt –, wie ihn etwa Karl Haushofer formulierte, während der französische Geograph Yves Lacoste Geopolitik als Herrschaftsinstrument und strategisches Wissen betonte. Der Politikwissenschaftler Egbert Jahn hält den Begriff für unglücklich, da es sich nicht um einen Politikbereich wie Umweltpolitik handelt, sondern lediglich um den Raumbezug als einen Aspekt von Politik. Heute dient Geopolitik als Analysemethode in den Internationalen Beziehungen, steht dem Realismus nahe und wird von Ulrich Menzel als besondere Form der Machtpolitik definiert.