Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur

Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in der Berliner Friedrichstraße wurde am 5. Juli 1984 eröffnet und wird heute von der von der EU sanktionierten russischen Regierungsagentur Rossotrudnitschestwo betrieben. Das von Architekt Karl-Ernst Swora entworfene Gebäude, für das Lausitzer Granit und Kalkstein aus Wraza verwendet wurden, beherbergt ein 1.700 Quadratmeter großes Foyer, ein Kino, eine Buchhandlung und galt einst als das größte sowjetische Auslandskulturzentrum weltweit; eine frühere Lenin-Statue wurde Anfang der 1990er Jahre entfernt. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 steht das Haus wegen der Vorführung von Propagandafilmen des Senders RT und der Bereitstellung von Räumen für die iranische Botschaft massiv in der öffentlichen Kritik. Nach einem mutmaßlich russischen Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle im August 2026, für den die Bundesregierung Russland offiziell verantwortlich machte, wurde am 1. September 2026 die Kündigung des Vertrags angekündigt. Dies würde die dauerhafte Schließung des Zentrums bedeuten, das jährlich rund 200.000 Besucher zählt.