Deutsche Börse Frankfurt

Die Deutsche Börse Frankfurt (früher Börse Frankfurt) ist der Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse für Privatanleger und zählt mit einem Marktanteil von 90 Prozent am deutschen Wertpapierhandel zu den größten Börsen der Welt – gemessen an der Marktkapitalisierung ist sie die drittgrößte in Europa (Stand 2022). Neben dem fortlaufenden Parketthandel (montags bis freitags 08:00–20:00 Uhr) betreibt die FWB das elektronische System Xetra für den professionellen Handel (09:00–17:30 Uhr). Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1843 zurück, als sie ihr erstes eigenes Gebäude bezog; 1879 wurde die von Heinrich Burnitz und Oskar Sommer entworfene Neue Börse eingeweiht, wobei der Schwerpunkt damals auf dem Handel mit Obligationen lag. Im Ersten Weltkrieg und während der Hyperinflation (1914–1923) brach der internationale Handel ein, und in der NS-Zeit wurde der Markt zugunsten der Aufrüstung stark reglementiert – trotz schwerer Bombenschäden im März 1944 handelten Makler noch in den Kellern. Als erste deutsche Börse öffnete sie am 14. September 1945 wieder und stieg nach der Währungsreform 1948 sowie der Zulassung ausländischer Wertpapiere 1956 erneut zur führenden Börse Deutschlands auf, die das Wirtschaftswunder der 1950er/60er Jahre als Kapitalvermittler begleitete. Seit 1969 begann die Börse, sich technologisch weiterzuentwickeln, was schließlich zur heutigen Doppelstruktur aus Parketthandel und Xetra führte.