Fast Fashion

Fast Fashion (wörtlich „schnelle Mode“) ist ein Geschäftsmodell der Bekleidungsindustrie, das seit den 1990er-Jahren bekannt ist und trendige Kleidung in extrem kurzer Zeit und zu niedrigen Preisen auf den Markt bringt. Während traditionelle Modehäuser etwa ein halbes Jahr für eine Kollektion benötigen, schaffen es Unternehmen wie Zara oder H&M in nur fünf bis sechs Wochen, wobei reine Onlinehändler wie Asos oder Boohoo sogar noch schneller sind („Super-Fast-Fashion“). Um dies zu erreichen, kombinieren die stark vertikal integrierten Konzerne günstige Produktion in asiatischen Niedriglohnländern mit schnellen Lieferketten wie Luftfracht und beobachten ständig Modenschauen, um Trends nachzuahmen – oft unter Verletzung von Urheberrechten. Das Konzept entstand in den 1960er-Jahren in Europa mit Händlern wie Topshop, H&M und Zara, und der Begriff wurde von der New York Times geprägt, als Zara in den 1990er-Jahren in New York expandierte. Obwohl Fast Fashion es Verbrauchern ermöglicht, viele günstige, wechselnde Kleidungsstücke zu besitzen, steht das Modell wegen seiner erheblichen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen stark in der Kritik.