Räuber

Ein Räuber unterscheidet sich vom Dieb dadurch, dass er Gewalt anwendet oder damit droht, und es gibt sie seit der Antike – von Grabräubern im alten Ägypten bis zu Seeräubern wie dem legendären Klaus Störtebeker. Im 17. und 18. Jahrhundert organisierten sich Straßenräuber oft in streng geführten Banden, denen meist Ausgestoßene, Deserteure oder Verzweifelte angehörten, und in Deutschland nahm die Zahl solcher Banden nach dem Siebenjährigen Krieg und während der Koalitionskriege um 1800 stark zu. Später wurden spektakuläre Verbrechen wie Postkutschenüberfälle und Bankraube berühmt, etwa durch die Dalton-Brüder, John Dillinger oder das Paar Bonnie und Clyde sowie den großen Postraub in England 1963. In Deutschland wurden der Schinderhannes (Johannes Bückler) und die Kimmel-Bande (1957–1961) bekannt, während heute vor allem Handtaschenraub in Großstädten und Piraterie vor der Küste Somalias oder in der Straße von Malakka für Schlagzeilen sorgen. Die Geschichte zeigt, dass Räuber oft ein Produkt sozialer Krisen waren, aber auch heute noch existieren.