Taucha
Taucha ist eine Kleinstadt im Landkreis Nordsachsen, die direkt an Leipzig grenzt und in der Leipziger Tieflandsbucht an der Parthe liegt, umgeben von einem ausgedehnten Landschaftsschutzgebiet und eiszeitlichen Endmoränen. Erstmals 974 als „urbs Cothung“ erwähnt, erhielt der Ort 1170 durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg das Stadtrecht, um eine Konkurrenz zu Leipzig zu schaffen, und wurde 1220 mit Schloss und Stadtmauer befestigt. Nach der Eroberung durch Dietrich von Landsberg 1282 und dem endgültigen Verzicht des Magdeburger Erzbischofs 1355 kam Taucha dauerhaft unter meißnische Herrschaft, bevor der Leipziger Rat 1569 das Rittergut kaufte. Im 20. Jahrhundert prägten die Mitteldeutschen Motorenwerke (Auto Union) ab 1935 die Stadt, deren Flugzeugmotorenwerk 1944 bombardiert und nach dem Krieg demontiert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich hier zwei Außenlager des KZ Buchenwald (für 440 Männer und 1.200 Frauen), deren Häftlinge bei der HASAG Zwangsarbeit leisten mussten und von denen nur wenige den Todesmarsch 1945 überlebten. Nach dem Abbruch der Stadtmauer 1819/20 wurde Taucha 1832 wieder selbstständig und gehörte später zum Kreis Leipzig-Land in der DDR, bevor es heute Teil des Freistaats Sachsen ist.
Source: Taucha — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German