Bergsteigen

Bergsteigen umfasst als sportliche Betätigung im Gebirge ein breites Spektrum – vom einfachen Bergwandern über das Klettern in Fels und Eis bis hin zum extremen Höhenbergsteigen an Achttausendern und zum Expeditionsbergsteigen in abgelegenen Regionen. Historisch galten die Erstbesteigung des Mont Ventoux durch Francesco Petrarca im Jahr 1336 sowie die Besteigung des Mont Aiguille 1492 als Geburtsstunde des Alpinismus, obwohl bereits 1358 der Rocciamelone bezwungen wurde und die Inkas schon vor 1500 den Llullaillaco bestiegen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich St. Niklaus im Wallis zur Wiege des professionellen Bergführerwesens, während die Besteigung des Popocatépetl durch Diego de Ordás 1519 lange als Höhenrekord galt. Die moderne Anerkennung des Alpinismus als mehr als nur Sport erfolgte 2019, als die UNESCO ihn auf Betreiben der Alpenvereine Frankreichs, der Schweiz und Italiens zum Immateriellen Kulturerbe ernannte. Diese Auszeichnung würdigt die kulturelle Vielfalt des Bergsteigens, das neben der sportlichen Leistung auch Naturerfahrung, Erforschung und Traditionen umfasst.