Umlaufgesichertes Geld

Umlaufgesichertes Geld ist ein Konzept der Freiwirtschaft, das vor allem auf Silvio Gesell zurückgeht und den ständigen Umlauf von Geld sicherstellen soll. Das Prinzip beruht darauf, dass das Halten von Bargeld durch eine zeitabhängige Wertminderung (z. B. das Einkleben von Entwertungsmarken) verteuert wird, um Hortung und Spekulation zu verhindern. Bereits Pierre-Joseph Proudhon hatte Mitte des 19. Jahrhunderts ähnliche Probleme erkannt, schlug jedoch Warenbanken vor, während Gesell dem Geld selbst eine begrenzte Lebensdauer geben wollte. Ein prominentes Beispiel ist John Maynard Keynes' Vorschlag des Bancor im Jahr 1944, der als internationale Währung mit Umlaufsicherung die Dominanz des US-Dollars im Bretton-Woods-System brechen sollte. Dabei soll die Geldmenge über den Preisindex gesteuert werden, um die Kaufkraft zu stabilisieren, auch wenn der physische Geldschein an Wert verliert. Allerdings findet das Konzept in der etablierten Volkswirtschaftslehre kaum Beachtung.