Kriegsführung im Russisch-Ukrainischen Krieg

Die russische Kriegsführung im Ukraine-Krieg basierte anfangs auf der falschen Annahme der Geheimdienste, die Ukraine werde kaum Widerstand leisten, weshalb die Armee laut Militäranalytikern wie Pawel Luzin nur eine Drohkulisse bilden sollte. Nach dem Scheitern dieser ersten Phase änderte Russland nach etwa fünf Tagen seine Strategie und setzte auf wahllosen Artilleriebeschuss, um die Verteidiger in die Knie zu zwingen. Dabei griff es auf das aus Syrien bekannte sowjetische Modell der Aufstandsbekämpfung zurück, das laut Daniel Gerlach die gezielte Bombardierung ziviler Infrastruktur wie Spitäler, Wasserwerke und Bäckereien vorsieht. In besetzten Städten wie Mariupol und Cherson suchte die Besatzungsmacht systematisch nach Militärangehörigen, Polizisten, Journalisten und Intellektuellen, die oft verschwanden oder ermordet wurden, um die kulturelle Identität der Ukraine auszulöschen. Russland verzichtete zunächst auf Angriffe auf Gaspipelines, um Einnahmen zu sichern, doch am 26. September 2022 wurden die Nord-Stream-Pipelines durch Sprengungen zerstört.