Eilenburg

Eilenburg ist eine Große Kreisstadt an der Mulde im Nordwesten Sachsens, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Leipzig, mit knapp 16.000 Einwohnern. Die Stadt blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück: Erstmals 961 in einer Urkunde Ottos I. erwähnt, gilt die Burg Eilenburg als „Wiege Sachsens“, da 1089 mit der Belehnung Heinrichs I. mit der Mark Meißen der sächsische Territorialstaat begründet wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1639 fast zerstört, doch der Friede von Eilenburg (1646) beendete den Krieg für Sachsen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Eilenburg unter preußischer Herrschaft zum Industriezentrum und wurde zum Geburtsort sozialer Innovationen: Hier entstanden 1849 die erste Konsumgenossenschaft und 1850 die erste Kreditgenossenschaft Deutschlands sowie die ersten Betriebsräte. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 90 Prozent der Stadt zerstört; nach der Wende 1989 führten Abwanderung und Industrieniedergang zu einem anhaltenden Schrumpfungsprozess, während sich gleichzeitig der sanfte Tourismus etablierte. Heute wird die Stadt als „Muldestadt mit grünem Herzen“ vermarktet, liegt an nationalen und internationalen Fremdenverkehrsrouten und wurde 2002 von der Jahrhundertflut der Mulde schwer getroffen.