Nordatlantische Oszillation
Die Nordatlantische Oszillation (NAO) beschreibt die Schwankung des Luftdruckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden über dem Nordatlantik. Der Begriff wurde 1923 von Sir Gilbert Walker geprägt, und Forscher der Universität Bremen (u.a. Thomas Felis) konnten anhand von Korallen nachweisen, dass dieses Klimaphänomen bereits vor 122.000 Jahren das Wetter in Europa und dem Nahen Osten bestimmte. Der NAO-Index misst die Druckdifferenz zwischen Orten wie Lissabon und Reykjavík und korreliert stark mit der Stärke der Westwinde, der Sturmintensität und den Niederschlägen in Eurasien. In der positiven Phase sind beide Aktionszentren stark ausgeprägt, was zu kräftigen Westwinden und wechselhaftem Wetter führt, während in der negativen Phase die Westwinddrift schwächer wird und stabile Wetterlagen (Blockierungen) entstehen; bei einer stark negativen Phase kommt es sogar zu einer Umkehr der Druckzentren (High-over-Low). Der Index schwankt in verschiedenen Zeiträumen – von wenigen Tagen über mehrjährige Zyklen (2-5 Jahre) bis hin zu dekadischen (12-15 Jahre) und multidekadischen (ca. 70 Jahre) Oszillationen. Da sich der Index über Jahrzehnte signifikant ändern kann, spielt die NAO eine entscheidende Rolle für das kontinentaleuropäische Wetter und Klima, insbesondere für Stürme und Niederschlagsmuster.
Source: Nordatlantische Oszillation — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German
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