La Niña

La Niña (spanisch für „das Mädchen“) ist das Gegenstück zum Wetterphänomen El Niño und tritt meist im Anschluss an dieses auf. Der Mechanismus beruht auf verstärkten Passatwinden, die das warme Oberflächenwasser des Pazifiks nach Südostasien treiben, wodurch vor der Küste Perus kaltes Tiefenwasser aufsteigt und die Wassertemperaturen dort um bis zu 3 °C unter den Durchschnitt fallen. Die globalen Auswirkungen sind vielfältig: Während es in Australien und Südostasien zu extremen Starkregen und Überschwemmungen kommt (wie 2010 in Queensland), trocknen Teile Südamerikas aus und in der Karibik sowie Nordamerika werden mehr Hurrikane begünstigt. Ein besonders langes Ereignis dauerte von 2020 bis Anfang 2023 und verursachte unter anderem Rekordregen in Australien sowie Dürren in Uruguay und den USA. Anfang 2025 gab die US-Behörde NOAA den Beginn eines neuen La-Niña-Ereignisses bekannt, das jedoch mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen März und Mai 2025 wieder enden dürfte. Ob der anthropogene Treibhauseffekt die Häufigkeit dieser Ereignisse beeinflusst, ist wissenschaftlich nicht bewiesen; die Schwankungen werden derzeit größtenteils auf natürliche Zyklen wie die Pazifische Dekaden-Oszillation zurückgeführt.