Hagelabwehr

Hagelabwehr umfasst Maßnahmen, um Hagelschäden zu verhindern, wobei heute vor allem die Wolkenimpfung mit einem Silberiodid-Aceton-Gemisch eingesetzt wird, das per Hagelflieger oder Raketen in die Wolken gebracht wird. Historisch versuchten Menschen seit der Antike, Hagel durch apotropäische Handlungen abzuwehren, etwa durch Opfer oder Warnungen, wie sie Seneca beschrieb. Die christliche Kirche nutzte Gebete, geweihtes Wasser und Beschwörungen, später kamen Hagelkreuze, Prozessionen und das Wetterläuten hinzu, das im 18. Jahrhundert von Maria Theresia verboten wurde, da es das Unwetter nur verlagere. Im Zeitalter der Aufklärung wurde das Hagelschießen wissenschaftlich untersucht, etwa von Placidus Heinrich 1788, und im 19. Jahrhundert gab es tausende Einrichtungen, die Ruß oder Silberiodid verschossen. Die moderne Methode beruht darauf, dass künstliche Kristallisationskeime die Bildung vieler kleiner Hagelkörner fördern, die weniger Schaden anrichten und zu früherem Abregnen führen.