Silo

Ein Silo (auch Hochsilo genannt) ist ein großer Speicher für Schüttgüter wie Getreide, Zement, Kunststoffgranulat oder Futtermittel. Er wird von oben befüllt und von unten entleert, wobei sich ein Trichter bildet, der die zeitlich unterschiedlich eingefüllten Schichten vermischt – es gilt also kein First-in-first-out-Prinzip, weshalb bei einer Fehlbefüllung das falsche Produkt nicht einfach unten abgezogen werden sollte. Physikalisch unterscheidet sich der Silo von einem Flüssigkeitstank: Der horizontale Druck auf die Wände steigt nur logarithmisch mit der Höhe (beschreibbar durch die Janssen-Gleichung), weil sich ein Teil der Gewichtskraft über Reibung an der Wand abstützt, was eine deutlich leichtere Bauweise ermöglicht. Gefährliche Prozesse können auftreten, wenn Wasser eindringt: Quellendes Getreide oder abbindender Zement verursachen starke Horizontalkräfte, und Gips kann durch Ausdehnung den Silo sogar sprengen. Bei Lebensmitteln droht zudem Schädlingsbefall, dem man mit Schutzgas wie Stickstoff, Insektiziden oder heißem Gas entgegenwirkt. Schließlich kann die Bildung von Hohlräumen im Schüttgut zu unkontrollierten Nachbrüchen führen, weshalb eine fachgerechte Planung und Entleerung unerlässlich ist.