Massentourismus

Massentourismus bezeichnet das Phänomen, dass an einem Reiseziel zeitweise eine extrem hohe Anzahl von Touristen aufeinandertrifft, die oft sogar die einheimische Bevölkerung zahlenmäßig übersteigt. Extreme Beispiele sind Mallorca mit über 10,3 Millionen Besuchern im Jahr 2017 oder Hallstatt in Österreich, wo täglich rund 2.000 Tagestouristen auf nur 778 Einwohner treffen. Dieser Tourismusboom entsteht häufig durch Pauschalreisen und führt zu Überbuchungen, weshalb der Gesetzgeber in Deutschland bereits 1979 den Reisevertrag im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 651a) verankerte. Besonders betroffen sind die Küsten des Mittelmeerraums, der im Jahr 2021 bereits knapp 400 Millionen Urlauber zählte, sowie Skigebiete und Kulturreiseziele wie Venedig. Die historischen Wurzeln liegen in der ersten Pauschalreise, die Thomas Cook am 5. Juli 1841 für 570 Arbeiter per Bahn organisierte; heute werden gegen die Folgen, die auch als Übertourismus bezeichnet werden, zunehmend Gegenmaßnahmen ergriffen.