Roman
Der Roman ist eine literarische Gattung, deren Begriff aus dem Französischen stammt und im 17. Jahrhundert das Wort „Historie“ ablöste; seither versteht man darunter ausschließlich in Prosa verfasste Erzählungen. Eine eindeutige Definition ist bis heute schwierig, da der Roman als Synthese verschiedener Gattungen gilt und sich durch seine Offenheit gegenüber anderen Formen ständig wandelt. Entscheidend ist das Kriterium der Fiktionalität, das ihn von faktualen Geschichtsschreibungen unterscheidet; erst im 18. Jahrhundert wurde er als eigenständige Kunstform aufgewertet, wobei Erich Auerbach ihn als „Chronik komischen Unglücks und dunkel grundierten Glücks“ beschrieb. Im Gegensatz zum Epos, das einen allgemeingültigen Sinnhorizont voraussetzt, gestaltet der Roman die Welt aus der subjektiven Erfahrung des Einzelnen – Georg Lukács nannte dies die „transzendentale Obdachlosigkeit“ der Moderne. Von epischen Kleinformen wie Novelle oder Kurzgeschichte unterscheidet er sich durch seine Länge und die Darstellung einer kontingenten Welt, wobei Heimito von Doderer ironisch bemerkte, ein Roman sei ein Werk, bei dem man nicht sagen könne, was darin vorkomme. Romanhaftes Erzählen existierte bereits in außereuropäischen Kulturen wie Japan, China und Indien sowie in der Antike, was die Gattung zu einer globalen und historisch tief verwurzelten Erscheinung macht.
Source: Roman — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German