Schlangengift
Schlangengifte sind hochkomplexe biochemische Gemische, die von Giftschlangen hauptsächlich zur Beutejagd und Verdauung, aber auch zur Verteidigung eingesetzt werden. Schätzungen zufolge verursachen sie weltweit jährlich zwischen 21.000 und 94.000 Todesfälle (Stand Mai 2008). Biochemisch bestehen die Gifte zu über 90 Prozent aus Proteinen und Polypeptiden; seit den 1960er Jahren werden sie systematisch erforscht, und etwa ein Viertel der rund 4.000 bekannten Schlangenarten zählt zu den Giftschlangen. Die Zusammensetzung variiert stark: Vipern und Grubenottern enthalten Enzyme wie das Thrombin-ähnliche Ancrod, das die Blutgerinnung stört, während Giftnattern und Seeschlangen starke Neurotoxine wie α-Neurotoxine oder Bungarotoxine produzieren, die zu Lähmungen führen können. Die Folgen eines Bisses reichen von Schmerzen, Ödemen und Zellschäden bis hin zu inneren Blutungen und Kreislaufschock.
Source: Schlangengift — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German