Demografie Russlands

Die Demografie Russlands ist geprägt von einer enormen Fläche, aber einer sehr ungleichen Verteilung der Bevölkerung – etwa 143,5 Millionen Menschen leben dort (2024), wobei die Dichte mit rund 4 Einwohnern pro Quadratkilometer extrem niedrig ist und sich der Großteil im europäischen Westen sowie in wenigen Großstädten wie Moskau und St. Petersburg konzentriert. Historisch erlebte das Land eine wechselvolle Entwicklung: Nach einer sehr hohen Geburtenrate im Zarenreich folgten Kriege und Hungersnöte, die das demografische Potenzial drastisch reduzierten, während der Zerfall der Sowjetunion eine schwere Krise mit sinkenden Geburten (nur 1,2 Millionen im Jahr 2024) und einer niedrigen Lebenserwartung von etwa 72 Jahren auslöste. Ethnisch ist Russland mit über 100 Volksgruppen sehr vielfältig, wobei ethnische Russen mit etwa 80 Prozent die Mehrheit stellen und Tataren die größte Minderheit bilden; Russisch ist alleinige Amtssprache, regionale Minderheitensprachen haben aber teils offiziellen Status. Religiös dominieren Christen (60-70 Prozent, meist russisch-orthodox), gefolgt von Muslimen (etwa 10 Prozent) und einer großen Gruppe Konfessionsloser (rund ein Viertel). Zudem ist das Land ein bedeutendes Einwanderungsziel, vor allem für Menschen aus postsowjetischen Staaten (über 7 Prozent der Bevölkerung), leidet aber gleichzeitig unter Abwanderung von Fachkräften. Die amtlichen demografischen Daten werden vom Föderalen Dienst für staatliche Statistik erhoben, der allerdings seit Sommer 2025 die Veröffentlichung zahlreicher aktueller Zahlen einstellt.