Tehching Hsieh
Der taiwanesische Performance-Künstler Tehching (Sam) Hsieh (geboren 1950) wurde durch seine radikalen „One Year Performances" bekannt, bei denen er sich jeweils ein Jahr lang extremen Lebensbedingungen unterwarf. Nach seiner illegalen Einwanderung in die USA im Jahr 1974 verarbeitete er in seiner ersten berühmten Arbeit, dem Cage Piece (1978–1979), die existenzielle Angst vor Abschiebung und Gefängnis, indem er sich ein Jahr lang in einen kahlen Holzkäfig einsperren ließ. Im Time Clock Piece (1980–1981) stempelte er ein Jahr lang jede Stunde eine Uhr und fotografierte sich dabei – der Schlafentzug stürzte ihn in ein Delirium, die Fotos wurden später als Film im Museum of Modern Art gezeigt. Weitere Werke umfassen das Outdoor Piece (1981–1982), bei dem er ein Jahr im Freien ohne jegliche Unterkunft verbrachte, sowie das Rope Piece (1983–1984), in dem er ein Jahr lang mit einem Seil an der Künstlerin Linda Montano gebunden war, ohne sie berühren zu dürfen. Obwohl seine Kunst oft als asketisch gilt, betont Hsieh selbst, dass es ihm nicht um Askese geht – Marina Abramović würdigte ihn, dass er „die radikalsten Performances der Welt" geschaffen habe, und er lebt heute in New York.
Source: Tehching Hsieh — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German