Wladimir I.
Wolodymyr I. Swjatoslawytsch (um 960 – 15. Juli 1015), auch Wolodymyr der Große genannt, war von 978 bis 1015 Großfürst von Kiew und gilt als der bedeutendste Herrscher der Kyjiwer Rus. Nach einem blutigen Bruderkrieg, in dem er seinen Halbbruder Jaropolk töten ließ, sicherte er sich die Alleinherrschaft und erweiterte sein Reich durch Feldzüge gegen die Wjatitschen, Wolgabulgaren und Petschenegen bis an die Düna und den Ladogasee. Sein wichtigstes Werk war die Christianisierung der Rus im Jahr 988, die er im Zuge seiner Hochzeit mit der byzantinischen Prinzessin Anna vollzog – ein diplomatischer Schachzug, um ein Bündnis mit dem Kaiserhaus in Konstantinopel zu schließen. Vor seiner Taufe galt er als eifriger Heide mit sieben Hauptfrauen und 800 Mätressen, doch nach der Taufe ließ er die Götzenbilder zerstören und wird heute in der orthodoxen Kirche als apostelgleicher Heiliger verehrt. Der Überlieferung nach wählte er den christlichen Glauben bewusst aus, nachdem er die Religionen verglichen hatte – angeblich mit der berühmten Antwort an die Muslime: „Der Rus ist des Trunkes Freund, wir können ohne das nicht sein.“ Er starb am 15. Juli 1015 in Berestowo bei Kiew und hinterließ ein Reich, das vom Dnepr bis zur Ostsee reichte.
Source: Wladimir I. — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German